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Food-Literacy – ein Perspektivenwechsel

Angesichts der stetig wachsenden Zahl von übergewichtigen und adipösen Menschen wurden in der Schweiz in den vergangenen Jahren zahlreiche Kampagnen und Projekte zur Prävention und Aufklärung gestartet. Wer will, findet in den Buchhandlungen unzählige Ratgeber für eine gesundheitsfördernde Lebensweise. Die Fülle von Informationen und Tipps birgt aber die Gefahr, dass sie auf die Konsumentinnen und Konsumenten verwirrend wirkt und dass diese die Botschaften nicht wahrnehmen.

Hinzu kommt, dass Präventions- und Aufklärungskampagnen Personen mit tiefem Bildungsniveau und Einkommen häufig nur ungenügend erreichen. Bei Migrantinnen und Migranten – die in beiden Kategorien überproportional vertreten sind – verhindern sprachliche Barrieren zusätzlich den Zugang zu den Informationen.

Die wachsende Zahl von Übergewichtigen ist ein Phänomen der hoch industrialisierten Länder. Studien aus dem Ausland zeigen, dass Migrantinnen und Migranten häufig (gesunde) Ernährungsgewohnheiten ihres Herkunftslandes aufgeben und diejenigen des Aufnahmelands übernehmen. Ernährungsaufklärung muss also besondere Themen aufgreifen. Hinzu kommt, dass unsere Ernährungsrichtlinien für Menschen, die aus anderen Breitengraden stammen, nicht unbedingt die gleiche gesundheitsfördernde Wirkungen haben (Details dazu unter Fachinfos, Menschen und Essen: Genetische Disposition und Ernährungsverhalten).

Vor diesem Hintergrund finanzierte die Europäische Kommission unlängst ein Handbuch mit Toolbox zum Thema Food-Literacy. Der Begriff «Literacy» – ursprünglich die Lese- und Schreibfähigkeit – wird heute in verschiedenen Zusammenhängen als Begriff für fachliche und soziale Kompetenzen im Umgang mit einem bestimmten Thema oder einer Fähigkeit verstanden (z.B. Information Literacy, Media Literacy oder Health Literacy). Food Literacy meint die kognitiven und sozialen Kompetenzen, die notwendig sind, um eine eigene gesundheitsfördernde Ernährungsweise zu gestalten. Anders ausgedrückt: Food-Literacy soll einen selbstbestimmten, verantwortungsbewussten und genussvollen Umgang mit der Ernährung ermöglichen:

 

Selbstbestimmt: Das eigene Essverhalten wird bewusst wahrgenommen, so dass man die persönlichen Ernährungsbedürfnisse kennt. Man ist sich der sozialen, kulturellen und historischen Einflüsse auf das Essverhalten bewusst. Man weiss Bescheid über Lebensmittel und wichtige Stoffwechselvorgänge.

Verantwortungsbewusst: Man kennt die Bedeutung der Ernährung für die eigene Gesundheit, die Umwelt und Gesellschaft und versteht die jeweiligen Zusammenhänge. Produkte werden im Rahmen des Haushaltsbudgets richtig ausgewählt.

Genussvoll: Eine Person spürt, was ihr gut tut. Kochen und Essen werden als eine Bereicherung des Alltags wertgeschätzt. Essen wird als Bestandteil jeder menschlichen Kultur verstanden.

 

Weitere Informationen

Schmackhafte Angebote für die Erwachsenenbildung und Beratung.
Handbuch und Toolbox.

www.food-literacy.org

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