Noch nie in der Geschichte der Schweiz haben wir so wenig für unsere Ernährung aufbringen müssen. Gerade noch 8% der durchschnittlichen Haushaltsausgaben fliessen in den Kauf von Lebensmitteln und nicht-alkoholischen Getränke (Bundesamt für Statistik, sh. Link). Das war nicht immer so: Vor fünfzig Jahren zum Beispiel mussten die Haushalte drei Mal mehr aufwenden, rund ein Viertel der Haushaltsausgaben ging damals auf das Konto der Ernährung.
Parallel zu dieser Entwicklung hat sich das Angebot an verfügbaren Lebensmitteln stetig verbreitert. So bieten die Lebensmittelmärkte fast zu jeder Jahreszeit eine breite Palette an frischen Früchten und Gemüsen an. Die Konsumentinnen und Konsumenten merken es aber preislich kaum, ob eine saisonale Frucht aus der Region im Gestell liegt oder ob die Frucht Tausende von Kilometern weit her kommt.
Die unterschiedliche Herkunft wirkt sich in der Energiebilanz aus: Alle Produkte brauchen von der Herstellung, dem Transport, der Lagerung bis zum Verkauf Energie. Diese so genannte «graue Energie» fällt je höher aus je weiter weg und je aufwändiger das Konsumgut produziert wurde. Frische Bohnen aus dem Oman beispielsweise verbrauchen zehn Mal mehr Energie als Bohnen aus der Schweiz, nämlich umgerechnet 1.25 Liter Erdöl pro Kilogramm. In Spargeln aus Mexiko stecken gar fünf Liter Erdöl pro Kilogramm.
Auch die Art der Produktion wirkt sich in der Energiebilanz aus. Ob die Früchte und Gemüse auf dem freien Feld wachsen, in Gewächshäusern oder Hors Sol produziert werden, ist wesentlich für den Verbrauch der grauen Energie. Wer umweltschonend einkaufen möchte, entscheidet sich daher für regionale und saisonale Produkte.
Bundesamt für Statistik Haushaltausgaben
Landwirtschaftlicher Informationsdienst Globalisierung unter der Lupe (PDF, 3.85 MB)
Beobachter kompakt 5/2007 Was Spargel mit Erdöl zu tun hat (Zeitungsartikel)
Saisonkalender von Schweizer Früchten und Gemüsen