Was Menschen gut bekommt und was für sie gesund ist, hängt nicht zuletzt davon ab, woher sie stammen und was ihre Vorfahren assen. Ein Beispiel: Milch und Milchprodukte gehören für uns wie selbstverständlich in unseren Einkaufskorb. Das ist aber nicht für alle Menschen so, fast die Hälfte der Erdbevölkerung ist mehr oder weniger laktoseintolerant.
Am besten vertragen Menschen aus Europa, Kleinasien und Nordafrika Milch und Milchprodukte. Diese Verträglichkeit kann in den Genen nachgewiesen werden. Beim Übergang von der Jäger- und Sammler-Kultur zu Ackerbau und Viehzucht müssen offenbar genetische Mutationen aufgetreten sein, die den Milchkonsum ermöglichten. Dadurch hatten diese Menschen einen Überlebensvorteil, da ihnen mit der Milch eine zusätzliche Nahrungsquelle erschlossen wurde. (nach GEO Nr. 4/2005, 28ff.)
Die Wissenschaft von der genetischen Disposition für die Verträglichkeit bestimmter Lebensmittel heisst Nutrigenomik. Der relativ junge Wissenschaftszweig untersucht das Zusammenspiel von Genen und Ernährung. Dabei werden Unterschiede zwischen ganzen Völkergruppen und zwischen den Individuen einer Gruppe erforscht.
Die genetische Disposition von Gruppen spielt also eine wichtige Rolle bei der gesunden Ernährung. Inuit beispielsweise ernähren sich fast ausschliesslich von Fisch und Fleisch und gelten trotzdem als gesund. Weichen sie nun markant von ihren Ernährungsgewohnheiten ab, wird es problematisch. Es braucht Generationen, bis sich der menschliche Körper an neue Ernährungsweisen gewöhnt hat.